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Zur Geschichte
von Stadt und Kreis Ortelsburg
Die Stadt Ortelsburg (heute
polnisch Szczytno) liegt südöstlich von Allenstein (poln. Olsztyn) in Masuren
im Nordosten Polens und zählt (1984) ca. 25.000 Einwohner.
Wahrscheinlich an der Stelle einer früheren preußischen Siedlung gründete der
Komtur von Elbing, Ortulf von Trier, um 1350 im Ordensstaat Preußen eine
Ordensburg zur Sicherung der Landenge zwischen dem Großen und dem Kleinen
Haussee, "Ortulfsburg". Mit dem Bau der Burg begann die Besiedlung des
Pflegeamtes Ortelsburg durch Kolonisten aus dem polnischen Masowien. Nach der
Errichtung des Herzogtums Preußen als polnisches Lehen 1525 verlor die Burg
ihre Bedeutung als Grenzfeste, bis Markgraf Georg Friedrich als Vormund des
Herzogs von Preußen 1580 die Burg zum Jagdschloss umbauen und dazu eine
Handwerkersiedlung anlegen ließ. Städtische Rechte erhielt die Siedlung 1616,
Stadtrechte im eigentlichen Sinne erst 1723. 1782 zählte die Stadt ca. 1.000
Einwohner. Der Handwerker- und Handelsort wurde nach den Lasten der
Napoleonischen Kriege (Plünderung 1806, Einquartierung 1812) zur Kreisstadt des
neuen Kreises Ortelsburg, der mit 1.703 km2 einer der flächenmäßig
größten Kreise der Provinz Ostpreußen war und 1939 73.442 Einwohner zählte.
Mit der Eröffnung der
Eisenbahnlinie 1888 nahmen Wirtschaft und Handel erheblichen Aufschwung, bis die
Stadt in den "Masurenschlachten" zu Beginn des Ersten Weltkriegs fast
völlig zerstört wurde. Mit der Unterstützung der "Patenstädte"
Berlin und Wien wurde der Wiederaufbau noch während des Ersten Weltkrieges
abgeschlossen.
Die Bevölkerung des Kreises war überwiegend evangelisch. In manchen Dörfern
des Kreises wurde noch masurisch (ein alter polnischer Dialekt) gesprochen. Spätestens
seit der Reichsgründung 1871 war die Germanisierung allerdings nicht mehr
aufzuhalten: Bei der Volksabstimmung am 11. Juli 1920 wurden in Ortelsburg mit
damals ca. 10.000 Einwohnern 5.886 Stimmen für den Verbleib beim Deutschen
Reich und nur 15 Stimmen für den Anschluss an Polen abgegeben.
Die Bevölkerung von Kreis und Stadt flüchtete Ende 1944 / Anfang 1945 vor der
anrückenden Roten Armee, soweit sie dazu in der Lage war. Nach der Besetzung
wurden Stadt und Kreis der polnischen Verwaltung unterstellt.
Die in die Westzonen Deutschlands gelangten Ortelsburger sind heute in der
Kreisgemeinschaft Ortelsburg zusammengeschlossen. Für die aus Ortelsburg
stammenden Vertriebenen übernahmen 1954 Kreis und Stadt Hannoversch Münden die
Patenschaft, die 1962 von der Stadt Wanne-Eickel übernommen wurde und seit dem
Zusammenschluss (1975) von der Stadt Herne fortgeführt wird.
Seit der politischen Wende von 1989 unterhält die Kreisgemeinschaft
Verbindungen nach Szczytno. Insbesondere unterstützt sie den 1991 dort
entstandenen deutschen Kulturverein "Heimat" mit heute 540 Mitgliedern.
::lokalizajcja::
opracowa³a:
Iwona Kondrat
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